Buslinie 37 in Ziegelhausen/Peterstal

CDU Ziegelhausen/Peterstal lehnt die derzeitige Planung zur Buslinie 37 ab!

CDU Ziegelhausen/Peterstal lehnt die derzeitige Planung zur Buslinie 37 ab!

Geplante Buswendestelle an der Neckarschule und Verkürzung der Linie 37 – CDU Ziegelhausen/Peterstal lehnt die derzeitige Planung ab und fordert verlässliche Alternativen

Im folgenden lesen Sie einen Brief der CDU Ziegelhausen/Peterstal an Akteure und Verantwortliche in Bezug auf das Thema Buslinie 37 in Ziegelhausen/Peterstal:

Die geplante Buswendestelle an der Neckarschule und die damit verbundene Verkürzung der Linie 37 haben erhebliche Auswirkungen auf die Mobilität in Ziegelhausen und Peterstal. Die Maßnahme soll das jährliche Defizit der rnv um rund 300.000 Euro reduzieren. Die angespannte Haushaltslage der Stadt Heidelberg und die Notwendigkeit von Einsparungen sind nachvollziehbar. Dennoch müssen neben der finanziellen Wirkung auch die Folgen für den öffentlichen Nahverkehr, den Parkraum, die Schulwegsicherheit und die Erreichbarkeit des Stadtteils berücksichtigt werden.

Auswirkungen auf den Parkraum

Nach der vorliegenden Planung soll die Linie 37 künftig durch den Steinbachweg geführt werden und auf dem Parkplatz an der Neckarschule enden. Dort sind eine Halte- und Pausenposition für den Linienbus sowie eine Pausenposition für fips vorgesehen. Auf dem Parkplatz entfallen insgesamt sechs öffentliche Stellplätze, davon zwei zugunsten der fips-Pausenposition.

Bislang nicht ausreichend dargestellt sind die zusätzlichen Folgen der Busführung für den Steinbachweg. Dort werden regelmäßig zahlreiche Fahrzeuge abgestellt. Bei Beobachtungen vor Ort wurden insbesondere in den Abendstunden mehr als 20 abgestellte Fahrzeuge festgestellt. Für die Befahrung mit Linienbussen werden voraussichtlich dauerhaft freizuhaltende Fahrbereiche, Sichtflächen und gegebenenfalls zusätzliche Halteverbote erforderlich sein.

Entscheidend ist daher nicht nur die Zahl der formal entfallenden Stellplätze auf dem Parkplatz, sondern die tatsächliche Verringerung des nutzbaren Parkraums im gesamten Umfeld. Diese Auswirkungen sollten vollständig ermittelt und transparent dargestellt werden.

Die Maßnahme ist zudem im Zusammenhang mit weiteren Veränderungen im Stadtteil zu bewerten. Dazu gehören die bereits erfolgte Umgestaltung der Kleingemünder Straße, die geplante Maßnahme in der Straße In der Neckarhelle sowie die absehbare Erneuerung der Ziegelhäuser Brücke mit möglichen Auswirkungen auf das Kuchenblech als Park- und Veranstaltungsfläche. Die Summe dieser Maßnahmen beeinflusst die Erreichbarkeit und Funktionsfähigkeit des Stadtteils erheblich.

Schulwegsicherheit

Der Steinbachweg ist bislang Bestandteil des empfohlenen Kinderwegeplans. Diese Wegeführung soll aufgegeben werden, da der Weg künftig regelmäßig von Linienbussen genutzt werden soll.

Der Steinbachweg ist eine ruhige Seitenstraße mit geringem Verkehrsaufkommen und damit grundsätzlich gut als Schulweg geeignet. Die geplante Alternativroute führt dagegen durch den Frieda- und Mathias-Müller-Park und anschließend entlang der stark befahrenen Peterstaler Straße.

Auch wenn dort Gehwege und ergänzende Sicherungsmaßnahmen vorgesehen sind, werden die Kinder näher an den Durchgangsverkehr geführt. Es sollte daher nachvollziehbar dargelegt werden, ob die neue Wegeführung tatsächlich eine Verbesserung der Schulwegsicherheit darstellt oder in erster Linie der Umsetzung der Busroute dient.

Folgen der Verkürzung der Linie 37

Die Linie 37 soll künftig an der Neckarschule beginnen und enden. Dadurch würden die acht oberhalb der Neckarschule gelegenen Haltestellen nicht mehr bedient. Der obere Stadtteil verlöre damit seine einzige reguläre Verbindung mit weitgehend planbaren Abfahrtszeiten und einer direkten Anbindung in Richtung Neuenheimer Feld.

Als wesentliche Verbindung bliebe die Linie 34. Diese ist nach den Erfahrungen zahlreicher Fahrgäste regelmäßig verspätet, teilweise überlastet und von einzelnen Fahrtausfällen betroffen. Da die Fahrten durch DB Regio erbracht werden, erscheinen Verspätungen und Ausfälle nach Rückmeldungen aus dem Stadtteil häufig nicht zuverlässig in den digitalen Auskunftssystemen. Für die Fahrgäste ist daher oft nicht erkennbar, ob ein Bus verspätet ist oder vollständig ausfällt.

Ein kurzer Umsteigeweg an der Neckarschule kann diese fehlende Verlässlichkeit nicht ausgleichen. Bei Verspätungen oder Ausfällen der Linie 34 besteht die Gefahr, dass Anschlüsse zur Linie 37 verpasst werden. Dies betrifft insbesondere Berufstätige, Schüler, ältere Menschen, Personen mit Mobilitätseinschränkungen sowie Fahrgäste mit festen Terminen im Neuenheimer Feld.

Auswirkungen auf den Schülerverkehr

Die geplante Kürzung hätte besondere Folgen für Schüler aus Ziegelhausen und Peterstal. Während des Abrisses und Neubaus der Ziegelhäuser Brücke wird die Linie 36 voraussichtlich über mehrere Jahre nicht als durchgehende Verbindung zu den Schulen in der Altstadt zur Verfügung stehen.

Entfällt gleichzeitig die Linie 37 oberhalb der Neckarschule, verschlechtert sich die Anbindung für Schüler, die Schulen in der Altstadt, am College oder in Neuenheim besuchen. Dies betrifft beispielsweise das Hölderlin-Gymnasium und das Bunsen-Gymnasium.

Die Linie 34 ist morgens bereits heute häufig stark ausgelastet oder überfüllt. Zusätzliche Schüler- oder Ersatzbusse zu einzelnen Stoßzeiten stellen keinen gleichwertigen Ersatz dar, da sie unterschiedliche Unterrichtszeiten, Nachmittagsunterricht, Freistunden und kurzfristige Stundenplanänderungen nicht ausreichend abdecken.

Die Folgen für den Schülerverkehr und die betroffenen Familien müssen daher gesondert geprüft und bei der weiteren Entscheidung besonders berücksichtigt werden.

fips und bedarfsorientierter ÖPNV

fips ist eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Angebots, bietet jedoch nicht die gleiche Planbarkeit und Kapazität wie eine reguläre Buslinie. Die Nutzung hängt von der Verfügbarkeit eines Fahrzeugs und einer erfolgreichen Buchung ab. Eine größere Zahl von Fahrgästen kann nicht ohne Weiteres durch einzelne Kleinbusse übernommen werden.

fips sollte daher nicht als gleichwertiger Ersatz für die Linie 37 angesetzt werden.

Aus unserer Sicht sollte die weitere Angebotsplanung stärker am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden. Besonders stark genutzte Verbindungen im Schüler- und Berufsverkehr sollten erhalten oder bedarfsgerecht verstärkt werden. Einsparungen sollten vorrangig dort geprüft werden, wo Fahrgastzahlen und Auslastung dies rechtfertigen, ohne ganze Wohnbereiche von verlässlichen Direktverbindungen abzuschneiden.

Ablehnung der geplanten Umsetzung und Forderung nach verlässlichen Alternativen

Die konkreten Auswirkungen der Buswendestelle und der Verkürzung der Linie 37 werden erst durch die nun vorgelegten Planungen in ihrer gesamten Tragweite erkennbar. Eine Umsetzung darf daher nicht erfolgen, bevor die offenen Fragen geklärt und die tatsächlichen Folgen nachvollziehbar dargestellt wurden.

Erforderlich sind insbesondere eine vollständige Erfassung der wegfallenden und künftig nicht mehr nutzbaren Parkmöglichkeiten, eine Auswertung der Pünktlichkeit und Ausfälle der Linie 34, eine gesonderte Prüfung der Auswirkungen auf den Schülerverkehr sowie eine belastbare Bewertung der geplanten Umsteigeverbindungen.

Darüber hinaus müssen Alternativen geprüft werden, mit denen die direkte und verlässliche Anbindung des oberen Stadtteils in Richtung Neuenheimer Feld erhalten werden kann. Die Wechselwirkungen mit den weiteren Verkehrs- und Baumaßnahmen in Ziegelhausen und Peterstal sind dabei einzubeziehen.

Die CDU Ziegelhausen/Peterstal lehnt die derzeit geplante Einrichtung der Buswendestelle und die damit verbundene Verkürzung der Linie 37 in der vorliegenden Form ab. Solange keine verlässlichen, alltagstauglichen und dauerhaft tragfähigen Alternativen für die betroffenen Fahrgäste vorliegen, darf die Maßnahme nicht umgesetzt werden. Dies gilt insbesondere für Schüler, Berufstätige, ältere Menschen und Personen mit Mobilitätseinschränkungen.

Mit dem bisherigen Verfahren und dem Umgang mit der Bürgerschaft sowie den örtlichen Akteuren sind wir nicht zufrieden. Entscheidungen mit derart weitreichenden Folgen für den Stadtteil dürfen nicht getroffen werden, bevor die Betroffenen, der Bezirksbeirat und die örtlichen Institutionen umfassend und ergebnisoffen beteiligt wurden. Eine nachträgliche Information über die konkrete Ausgestaltung einer bereits grundsätzlich beschlossenen Maßnahme wird diesem Anspruch nicht gerecht.

Wir erwarten deshalb eine erneute politische Beratung, eine transparente Darstellung sämtlicher Auswirkungen und eine frühzeitige Einbindung der Bürgerschaft, des Bezirksbeirats und der örtlichen Akteure. Vor einer Umsetzung müssen belastbare Alternativen vorgelegt werden, die eine verlässliche ÖPNV-Anbindung des oberen Stadtteils sicherstellen und den besonderen Anforderungen des Schüler- und Berufsverkehrs Rechnung tragen.

Wir bitten um eine schriftliche Stellungnahme und darum, die Umsetzung der Buswendestelle sowie die Verkürzung der Linie 37 bis zum Abschluss dieser erneuten Prüfung zurückzustellen.

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